Genn Sie sächs’sch? Klaus Petermann im Interview

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Genn Sie sächs’sch? Klaus Petermann im Interview

Lieber Klaus, bitte stellen Sie sich kurz vor.

Klaus-Petermann-4Mein Name ist Klaus Petermann, Jahrgang 1961. Im zarten Alter von drei Jahren bin ich nach Leipzig gezogen worden. Naja und da war ich nun da und wuchs mit dieser herrlichen Sprache auf. Ab 1983 habe ich in Leipzig Deutsch studiert und da erschienen auch die ersten Lene-Voigt-Bände. In Kneipen, bei Studententreffen und Feierlichkeiten – immer war ein Textbändchen dabei und es wurde fleißig vorgetragen. So hat sich dieser „Virus“ bei mir eingenistet und erhalten.

Seit über sechs Jahre bin ich nun mit meinem „Gwietschvergniechten Mundartprogramm“ unterwegs, immer mit der wichtigen Frage „Genn Sie sächs’sch?“

Wie Sie gerade sagten, sind Sie als „Klaus Petermann – Gwietschvergniechte Mundart“ unterwegs. Für welche Art von Veranstaltung kann man Sie buchen?

Die Möglichkeiten sind sehr groß. Überall dort wo es „kurzweilig-witzig-sächsisch“ sein soll, bin ich ein gern gesehener Gast. Nachgefragt werde ich viel von Senioren- und Kureinrichtungen, von Vereinen und Firmen. Buchungen gibt es aber auch zu Geburtstagen, Hochzeitstagen und Familientreffen.

Zu Weihnachtsfeiern werde ich oft gebucht, manchmal schon Monate im Voraus.

Das Interesse an guter sächsischer Mundart lässt nicht nach, es wird im Gegenteil immer größer.

Was fasziniert Sie persönlich am meisten an der sächsischen Mundart und an Lene Voigt?

Für mich ist sächsische Sprache immer wieder Ausdruck von Lebensgefühl und Zeichen von Heimatverbundenheit. Faszinierend finde ich den melodischen Klang und die wunderbare Vielfalt dieses Dialektes. Lene Voigt verstand es hervorragend, die volkstümliche Ursprünglichkeit der Sprache dichterisch umzusetzen.

Was ist das Besondere an Klaus Petermann und an Ihren Programmen?

Klaus-Petermann-2Meine Programme sind kabarettistische Lesungen der besonderen Art, welche den Alltag der Sachsen zwischen Arbeit, Familie und Freizeit auf humorvolle und sächsische Art erzählen und auch aufs Korn nehmen, künstlerisch umgesetzt mit „lauter gleenem Zeich zum Vordraachen“ von Lene Voigt. Kurze Witze und Episoden würzen dieses Programm und mit passenden Gegenständen, wie zum Beispiel „ne Gaffeedasse, änne Schmieche, oder ooch ne Bemmbiggse“ wird das Ganze aufgelockert und einen kleinen Sächsisch-Kurs gibt’s gratis dazu.

Insgesamt ein Programm mit einer Mischung aus Literatur und Humor mit einem guten Schuss Anspruch auf niveauvolle Unterhaltung, welches keine Langeweile aufkommen lässt.

Wo kann man Sie finden, wenn Sie nicht gerade auf der Bühne/vor Publikum stehen?

Dr Heeme. Oder auch in meinem Büro, wo ich noch einer „normalen“ Tätigkeit nachgehe.

Zu finden bin ich aber auch bei Netzwerkveranstaltungen, wo ich gern und oft über meine künstlerische Leidenschaft erzähle.

Mehr Zeit werde ich ab Herbst meiner Tätigkeit in der Lene-Voigt-Gesellschaft widmen.

Was war das Verrückteste, was Sie als Künstler bis jetzt erlebt haben?

Klaus-Petermann-5Es sind vor allem die kleinen Veranstaltungen, die immer wieder Überraschungen bereithalten. In einem wunderbaren Landgasthof bekam ich während des Gedichtes „Hymne an den Kaffee“ einen Pott Kaffee durchs Publikum gereicht und kam fast völlig aus dem Takt. Eine herrliche Lesung gab’s in einer kleinen Brauerei in der Nähe von Jena, es war voll, warm, eng, beste Stimmung, alles trank selbstgebrautes Bier, ich las tapfer bei einem Glas Wasser.

Was haben Sie für die Zukunft geplant? Wo soll es mit Klaus Petermann noch hingehen?

Klaus-Petermann-6Das neue Programm für 2015 ist fast fertig und heißt „Familche-Arweet-viel Vergniechen! Der frohe Sachsenmut wärd siechen!“ Ein Programm konzipiert für öffentliche Veranstaltungen in Cafés, Restaurants oder auch Kultureinrichtungen.

Auch zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Leipzig werde ich mit der einen oder anderen Veranstaltung präsent sein.

Für alle Freunde der sächsischen Sprache gibt es die aktuellen Termine immer auf meiner Homepage und bei Facebook – also reinschauen und bei der nächsten Veranstaltung dabei sein.

Und für alle die, die unseren Dialekt in Ruhe auch zu Hause genießen wollen, gibt es die aktuelle CD „Klaus Petermann liest Lene Voigt“.

Lieber Klaus, vielen Dank für das nette Interview.

 

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